Regionalliga-News

Regionalliga-Reform: Das sagen die Brandenburger Vereine

von Mitsch am Dienstag 14. November 2017

Regionalliga Nordost: SV Babelsberg 03, FSV 63 Luckenwalde und Union Fürstenwalde wollen fünf Staffeln. Cottbus-Präsident Michael Wahlich schlägt Gebietsreform vor.

In der Diskussion um eine Reform der Fußball-Regionalligen sprechen sich drei von vier Brandenburger Regionalliga-Vereinen gegen eine Abschaffung der Nordost-Staffel aus. „Wir halten an fünf Staffeln fest“, sagt Dirk Heinze, Präsident des FSV 63 Luckenwalde, zum Vorschlag von DFB-Vizepräsident Rainer Koch, der in einem Interview die Abschaffung der Nordost-Staffel ins Gespräch gebracht hatte. „Es ist für uns nicht verständlich, da diese Regelung zum Nachteil des Nordostdeutschen Fußball-Verbands ausfallen würde.“

Ähnlich sehen es Heinzes Liga-Kollegen. Von einer Reduzierung von aktuell fünf auf vier Regionalligen hält Sven Baethge, Manager von Union Fürstenwalde, „gar nichts, es sei denn, der NOFV bleibt unangetastet“. Und Almedin Civa, Manager und Trainer des SV Babelsberg 03, erklärt: „Meiner Meinung nach sollte man die Struktur so lassen und die 3. Liga auf 22 Teams aufstocken – das geht doch in anderen Ländern auch. Dann gibt es fünf Auf- und fünf Absteiger. Dass sich die 3. Liga, in der viele Mannschaften spielen, die vor nicht allzu langer Zeit selbst noch in der Regionalliga waren, komplett dagegen ausgesprochen hat, ist paradox.“

Nur bei Tabellenführer Energie Cottbus ist man der Vier-Staffel-Idee nicht völlig abgeneigt. „Eine Vier-Regionalligen-Variante erscheint mir am geschmeidigsten, allerdings wird auch diese Lösung stets ihre Kritiker haben. […] Für den Grundsatz, der Meister muss aufsteigen, sind vier Regionalligen sinnvoll, allerdings gibt es momentan 96 Regionalligamannschaften und ähnlich viele Meinungen zu diesem Thema“, sagt Michael Wahlich, Präsident von Energie Cottbus.

Allerdings sieht auch er Nachteile für die nordostdeutschen Vereine. „Die längeren Fahrtwege würden eine extreme Erhöhung der Kosten mit sich bringen, da deutlich mehr Hotelübernachtungen hinzukommen würden, wenn man die sportliche Chancengleichheit wahren möchte. Fünf bis sechs Stunden Fahrt vor einem Spiel, das geht nicht. Dies einseitig auf den Norden und Nordosten zu verteilen, wäre nicht gerecht“, sagt Wahlich. Diese Benachteiligung des Nordostens sieht auch Civa: „Bei einem Wegfall der Nordoststaffel würden einige Derbys nicht mehr stattfinden und weitere Wege anfallen – für kleinere Vereine wäre das nicht zu kompensieren. Solche Mannschaften wären dann tot.“

Entzündet hatte sich die Debatte an einer möglichen Neuregelung des Aufstiegs. Bislang machen fünf Regionalligameister (und der Zweite der Südwest-Staffel) in einer Relegation die drei Aufsteiger untereinander aus, was viele Vereine als ungerecht empfinden. Der Meister solle immer aufsteigen, heißt es fast unisono. DFB-Vize Koch, zugleich Präsident des Bayerischen Fußballverbands, hatte in einem Interview mit dem „Kicker“ vorgeschlagen, dass die Staffeln West und Südwest unangetastet bleiben und Vereine aus Sachsen und Thüringen in der Regionalliga Bayern antreten und die Nord- und Nordost-Staffeln zusammengelegt werden. Die vier Meister würden alle aufsteigen.

Wahlich hält von der Beibehaltung der Südwest- und Weststaffel wenig und sagt, der DFB vermeide es damit, ans Eingemachte zu gehen. „Man sollte eine vertretbare Zwischenlösung finden und dann auch mal die Frage stellen dürfen, ob 21 Fußballlandesverbände noch zeitgemäß sind. Womöglich wäre eine gesamtdeutsche Gebietsreform denkbar?“, schlägt der Präsident des FC Energie vor. „Das Streichen einer Regionalliga und deren Aufteilung werde etliche Vereine in Schwierigkeiten bringen, wenn sie es nicht jetzt schon sind. Der DFB wird sicherlich nicht für zusätzliche Kosten eintreten wollen.“

Der NOFV hatte Anfang November erklärt, dass er sich für den Erhalt der fünf Regionalligen und die Eigenständigkeit der Regionalliga Nordost ausspricht. Zur möglichen neuen Auf- und Abstiegsregelung heißt es: „Bei vier möglichen Aufsteigern wurde ein rollierendes System aller Meister der fünf Regionalligen oder alternativ eine Aufstiegsrunde in zwei Staffeln mit je drei Mannschaften favorisiert.“ Beim rollierenden System würde dabei immer fünf Jahre im Voraus festgelegt werden, aus welchen drei Staffeln die Meister direkt aufsteigen und welche beiden eine Relegation spielen.

Zu diesem Punkt gibt es bei den Brandenburger Regionalligisten unterschiedliche Meinungen. „Das rollierende System wäre eine denkbare Variante, jedoch nicht die von uns favorisierte. Eine Fünf-Jahreswertung analog der europäischen Wettbewerbe zwischen den fünf Regionalligen in Bezug auf die letzten Aufsteiger wäre gerechtfertigt“, sagt Luckenwalde-Präsident Dirk Heinze. „Es wäre zwar besser als jetzt, aber wenn man der eine ist, der am Ende nicht aufsteigt, bleibt es schwierig, dies als gerechter zu empfinden“, sagt Energie-Präsident Wahlich. Er ergänzt: „Am besten ist es, man hat mit der 4. Liga nicht lange zu tun. Aufsteigen und nie wieder absteigen!“

Der DFB hat am 20. Oktober einen außerordentlichen Bundestag für den 8. Dezember in Frankfurt am Main einberufen. Bei diesem Bundestag soll eine Entscheidung über die Aufstiegsregelung zur 3. Liga gefällt werden. Neben dieser Entscheidung geht es dort auch um die Abstimmung über den Bau und das Budget des neuen DFB und seiner Akademie.

Text: Mirko Jablonowski und Stephan Henke | Foto: Martin Ramos

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