Regionalliga-News

Zurück an alter Wirkungsstätte

von Mitsch am Samstag 03. November 2018

Am Sonntag, 13.30 Uhr, hat der FSV Union Fürstenwalde im Heimspiel der Regionalliga Nordost den FC Rot-Weiß Erfurt zu Gast. Dabei gibt es auch ein Wiedersehen mit zwei ehemaligen Akteuren der Spreestädter: Rico Gladrow und Darryl Geurts.

Gladrow war in der vergangenen Saison der wichtigste Spieler der Mannschaft von Trainer Matthias Maucksch. Der gebürtige Neubrandenburger war im Winter 2017 von Eintracht Trier aus der Regionalliga Südwest gekommen, entwickelte sich in Fürstenwalde zum besten Scorer der Nordost-Staffel der 4. Liga, war an sage und schreibe 31 der 59, also mehr als der Hälfte der Saisontreffer des Tabellenneunten beteiligt. Trotz seiner überragenden Rolle zog es ihn im Sommer nach Thüringen.

Linksfuß Geurts machte seine ersten fussballerischen Schritte in Fürstenwalde, wechselte zunächst nach Frankfurt und im Sommer 2008 als 14-Jähriger zum FC Energie Cottbus, debütierte vier Jahre später in der Regionalliga. Nach einem kurzen Gastspiel bei Holstein Kiel kehrte der quirlige Offensivakteur 2014 zum damaligen Oberligisten FSV Union zurück, trug in der zweiten Saison mit elf Toren und 14 Assists wesentlich zum Aufstieg in Liga 4 bei. So etwas wie ein Publikumsliebling geworden, gehörte Geurts mit einer fast identischen Quote zu den Aktivposten des Regionalliga-Neulings, weckte aber auch Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen und wechselte nach langen Verhandlungen kurz vor dem Ende der Sommerpause 2017 zum SC Paderborn in die 3. Liga.

Dort allerdings kam er unter Trainer Steffen Baumgart überhaupt nicht zum Zuge, und so wurde sein Vertrag einvernehmlich aufgelöst. Jetzt also der FC Rot-Weiß und ein Neuanfang für den mittlerweile 24-Jährigen, der es nach anfänglichen Schwierigkeiten auf inzwischen sieben Einsätze gebracht hat. Der drei Jahre ältere Gladrow hatte ihn ein paar Mal in Paderborn besucht und ihn letztlich auch nach Erfurt gelotst. „Er hat ein Jahr lang fast nicht gespielt, es fehlte ihm logischerweise an Selbstbewusstsein. Aber zuletzt ging es bergauf.“ So stand Darryl Geurts seit dem 5. Spieltag fast immer in der Startelf.

Rico Gladrow ist derweil von Anfang an Stammspieler, auch wenn sich seine Rolle etwas geändert hat. „In Fürstenwalde habe ich sehr offensiv und mit allen Freiheiten agiert, lief fast jede Aktion über mich. Auch in Erfurt hat mich der Trainer zunächst dort eingesetzt, mich dann aber allmählich zurückgezogen und auf die Sechs gestellt“, erzählt der 27-Jährige. „Ich mag das, kann so nach besser bestimmen, in welche Richtung sich das Spiel bewegt. Allerdings muss ich auch mehr laufen“, schiebt er lachend hinterher.

Der 1,73 Meter große Blondschopf fühlt sich sehr wohl in Erfurt. „Eine schöne Stadt, ein tolles Stadion, überragende Fans.“ Die Zusammenarbeit mit Ex-Profi Thomas Brdaric war zu Beginn nicht ganz einfach, „schließlich war ja alles neu, Mannschaft und Trainer mussten sich erst kennenlernen. Er arbeitet sehr akribisch und hat, glaube ich, jeden Spieler ein bisschen weiterentwickelt.“ Sportlich befinden sich die Thüringer als Tabellenvierter im Soll, „schließlich sind es nur drei Punkte zu Platz drei, einer zu Platz zwei“. Seit neun Spielen ist Rot-Weiß ungeschlagen.

Was das Geschehen im Umfeld betrifft, weiß Gladrow das Meiste auch nur aus den Medien. „Klar geht das nicht spurlos vorüber, wenn man jeden Tag angesprochen wird: Was ist denn bei euch los, wie geht es weiter? Aber wir müssen uns auf das Sportliche konzentrieren, alles andere können wir eh nicht beeinflussen.“ Der Verein wird von einem Insolvenzverwalter geführt, braucht dringend Geld, jetzt ermittelt auch die Staatsanwaltschaft. Die Fortsetzung des Spielbetriebs ist arg gefährdet. Und wenn es ganz schlimm kommt, ist der Auftritt am Sonntag gar der vorerst letzte für Gladrow, Geurts & Co.

Soweit ist es aber noch nicht. Die Thüringer trainieren am Freitag und Sonnabendvormittag, beziehen dann in einem Berliner Hotel Quartier. Die Partie in der Bonava-Arena ist für die beiden Ex-Fürstenwalder natürlich schon etwas Besonders. „Das ist doch normal, wenn es gegen deinen alten Verein geht“, betont Rico Gladrow, „zumal ich mit vielen Leuten wie Filip Krstic und Alex Wuthe, Martin Zurawsky und Bujar Sejdija immer noch regelmäßig Kontakt habe. Aber ich bin jetzt in Erfurt, und da wollen wir den FSV am Sonntag ärgern“, ist der 27-Jährige ganz Sportsmann.

Text: Kai Beißer (Märkische Oderzeitung) | Foto: Martin Ramos

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