Regionalliga-News

Sieg verpasst, Serie ausgebaut

von Mitsch am Montag 12. November 2018

Nach einer 2:0-Führung hieß es im Auswärtsspiel des FSV Union Fürstenwalde beim VfB Auerbach am Ende 2:2. Die Gäste haben damit quasi zwei Serien in einer fortgesetzt: Die Spreestädter sind in der Regionalliga Nordost nun schon seit acht Spielen ungeschlagen, zudem war es das dritte Remis in Folge.

Die Stimmung im Bus auf der mehr als vierstündigen Heimfahrt war, wie schon unmittelbar nach Spielende, durchaus gemischt. „Natürlich sind die Jungs enttäuscht, nachdem das Spiel gefühlt schon gewonnen schien. Da hingen auch beim Auslaufen nach der Partie noch ganz schön die Köpfe“, sagte Trainer André Meyer. „Zumal die Gegentore durch einen Elfmeter, der wohl eher keiner war, und einen direkt verwandelten Freistoß fielen.“

Die Gäste waren nach sieben Spielen ohne Niederlage natürlich mit breiter Brust ins Vogtland gereist. Trainer Meyer musste auf den erkälteten Andor Bolyki verzichten, und sein gerade erst nach einer Verletzung zurückgekehrter Bruder Ben stand schon auf dem Spielprotokoll, zerrte sich aber beim Aufwärmen erneut und wurde von Beginn an durch Niklas Thiel ersetzt.

Die Partie begann kurios, weil Schiedsrichter Stefan Prager erst nach wenigen Minuten feststellte, dass die Trikotfarben der beiden Teams – Auerbach gelb, Fürstenwalde grün – zu nah beieinander lagen. Die Gastgeber mussten darauf ihre graue Spielkleidung tragen.

Die Spreestädter kamen nach der langen Anreise nur schwer in die Gänge, gingen aber trotzdem in Führung, als Auerbachs Marcin Sieber nach einem Rückpass den Ball vertändelte und Cihan Kahraman den Fehler eiskalt nutzte (10.). Ein wenig erinnerte der Treffer an die 1:0-Führung aus der Vorwoche gegen den FC Rot-Weiß Erfurt, auch da war der FSV Union für sein frühes Stören belohnt worden.

Der VfB wirkte geschockt und kam mit seinen Angriffen kaum in die gefährliche Zone. Aber auch die Gäste ließen es an Druck und Dynamik fehlen. Kurz vorm Pausenpfiff knallte dann ein Schuss von Außenverteidiger Ingo Wunderlich an die Querlatte des Auerbacher Tores – Glück für die Gastgeber.

Die kamen etwas bissiger aus der Kabine – und bekamen nach nur fünf Minuten eigentlich den Zahn gezogen: Bei einem Fürstenwalder Konter über Mert Sait blieb Nils Stettin bis in den Strafraum hinein cool und schob den Ball ins lange Eck.

Das Spiel schien gelaufen, zumal die Einheimischen weiter kaum Gefahr ausstrahlten. Nach knapp einer Stunde aber soll Thomas Stock nach Meinung von Schiri Prager von Burim Halili im Strafraum geklammert worden sein. Jedenfalls entschied der Unparteiische auf Elfmeter und VfB-Kapitän Marcel Schlosser schickte Paul Büchel in die falsche Ecke.

Jetzt spielten die Vogtländer ohne angezogene Handbremse, die Fürstenwalder bekamen Probleme. Und als der 31-jährige Schlosser, der für den Chemnitzer FC, Carl Zeiss Jena und den 1. FC Magdeburg in der 3. und 4. Liga auf dem Platz stand, einen 25-Meter-Freistoß über die Mauer schlenzte, war der Ausgleich perfekt, Keeper Büchel bei diesem „Tor des Monats“ machtlos.

Für die Gastgeber war das Remis ein Punkt der Moral und des Willens. Gäste-Trainer André Meyer haderte ein wenig damit, „dass wir nicht das dritte Tor gemacht haben. Chancen waren da.“

Und auch bei Mittelfeldmann Martin Zurawsky, der von 2012 bis 2013 in drei Halbserien 43 Regionalliga-Partien für den VfB Auerbach absolviert und sieben Tore erzielt hatte, lagen nach Spielschluss Freude und Ärger eng beieinander: „Wir wussten, was uns hier erwartet. In der ersten Hälfte waren wir klar besser, machen das 2:0 und ziehen uns dann zu weit zurück. Der Elfmeter hat den Gastgeber zurück ins Spiel gebracht und Schlosser einfach die Qualität für solche Tore wie das 2:2.“

So blieben die zwiespältigen Gefühle bei den Gästen auf der längsten Heimfahrt der Saison bestehen. Im hinteren Teil des Busses hatte sich eine Gruppe um ein Tablet versammelt, die anderen bemühten ihr Handy. Am Sonntag hatte Meyer seinen Schützlingen frei gegeben, ehe es in eine sehr intensive Trainingswoche geht: Der Hinrunden-Abschluss gegen Germania Halberstadt erfolgt erst am 25. November. Zuvor steht ein Landespokal-Sonnabend an, und da sind die Fürstenwalder bekanntlich im Achtelfinale an Titelverteidiger Energie Cottbus gescheitert. Der FSV Union sucht noch einen Testspielgegner.

Auerbach: Stefan Schmidt – Vclav Heger, Marcin Sieber, Felix Lietz, Sebastian Schmidt (68. Florian Mielke) – Philipp Müller – Danny Wild, Amer Kadric, Marcel Schlosser, Thomas Stock – Marc-Philipp Zimmermann

1. Männer: Paul Büchel – Niklas Thiel, Filip Krstic, Burim Halali, Ingo Wunderlich – Martin Zurawsky, Lukas Stagge (54. Alexander Wuthe) – Gian Luca Schulz, Cihan Kahraman, Mert Sait (84. Peter Köster) – Mike Brömer (34. Nils Stettin)

Zuschauer: 485

Schiedsrichter: Stefan Prager (Gera)

Text: Kai Beißer und Matthias Schwarzbach (Märkische Oderzeitung) | Foto: Martin Ramos

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