Regionalliga-News

Aus 1:4 mach 4:4

von Mitsch am Montag 10. Dezember 2018

Mit einer schier unglaublichen Aufholjagd hat der FSV Union Fürstenwalde in der Regionalliga Nordost beim Tabellenzweiten Berliner AK nach einem Drei-Tore-Rückstand noch einen Punkt geholt. Am Ende der mehr als 90 turbulenten Minuten hieß es 4:4. Und die Gäste hatten sogar noch einen Elfmeter vergeben.

Drama, Spektakel, Wahnsinn – je nach Standpunkt war für jeden etwas dabei am zweiten Adventssonntag im altehrwürdigen Berliner Poststadion. Der BAK hatte am letzten Punktspieltag des Jahres bis in die Schlussphase hinein absolut verdient mit 4:1 gegen bis dahin wenig überzeugende Fürstenwalder in Führung gelegen. Oder, wie es Trainer Ersan Parlatan hinterher reichlich konsterniert formulierte: „Bis zur 79. Minute haben wir den Gegner beherrscht, dann kassieren wir zwei Gegentore in einer Minute. Danach sind wir nicht mehr klar gekommen. Ein bitterer Moment für uns. Die Fürstenwalder hatten nichts mehr zu verlieren und haben sich den Punkt am Ende verdient.“ Gäste-Joker Nils Stettin köpfte in letzter Minute zum umjubelten 4:4-Ausgleich ein. Zuvor war Cihan Kahraman mit einem Foulelfmeter an BAK-Schlussmann Pascal Kühn gescheitert (89.).

Vor der Pause hatte der Athletikklub den Gästen aus Fürstenwalde aufgezeigt, warum er in der Tabelle so weit oben steht. Zweimal schlug Tolcay Cigerci eiskalt zum 2:0-Halbzeitstand zu, weil der FSV Union durch Ben Florian Meyer (10.) und Lukas Stagge (19.) seinerseits die Führung verpasst hatte und anschließend hinten zu sorglos agierte. Spielerisch war Trainer André Meyer überhaupt nicht zufrieden: „Das war nicht gut, wohl sogar die schlechteste Halbzeit seit langem.“

Nach dem Seitenwechsel gelang Lukas Stagge rasch der Anschlusstreffer. Pech für die Gäste, dass sie in einer Phase der Unterzahl – Ben Meyer war verletzt draußen – das dritte Gegentor durch Ömer Akyörük kassierten. Spätestens mit dem herrlichen 4:1 von Seref Özcan schienen die Berliner dann endgültig auf der Siegerstraße.

Aber die Fürstenwalder rafften sich noch einmal zu einem kollektiven Kraftakt auf und kamen mit einer starken Druckphase zurück in die Partie. Bujar Sejdija und Lukas Stagge schockten die Hausherren binnen 60 Sekunden, plötzlich war wieder etwas möglich.

Dann zeigte Schiri Marko Wartmann in der vorletzten Minute auf den Elfmeterpunkt, aber BAK-Keeper Kühn entschärfte den schwach getretenen Strafstoß von Kahraman, der Nachschuss des für Jason Rupp gekommenen Stettin wurde zur Ecke abgeblockt. Diese brachte Kahraman von links an den Fünfmeterraum, wo der 22 Jahre alte Joker zum 4:4 einköpfte. Sein sechster Saisontreffer war der Schlusspunkt einer rasanten Partie.

Gäste-Trainer André Meyer resümierte hocherfreut das dramatische Geschehen und sagte verschmitzt: „Das 4:1 war aufgrund der Qualität des Gegners schon gerecht. Tut uns leid, dass wir dem BAK noch zwei Punkte abgenommen haben. Verdient oder nicht – aber wer so zurückkommt, hat es sich verdient. Wir haben uns, den Fans und dem Verein noch mal einen goldenen Moment verschafft. Aber jetzt freuen wir uns auf die Pause.“ Der 34-Jährige gab der Mannschaft sogar Sonderurlaub, Trainingsstart ist nun erst am 7. Januar.

Ausgleichstorschütze Nils Stettin hatte für seinen Torjubel wegen Trikotausziehens die Gelbe Karte gesehen. „Aber die Strafe zahle ich doch gerne. Das zeichnet diese Mannschaft aus: Wir sind ganz stark zurückgekommen“, strahlte der Angreifer, der in der Hinrunde der Saison 2016/17 zwei Spiele für den Berliner AK absolviert hatte.

Berliner AK: Pascal Kühn – Oliver Hofmann, Leander Siemann, Jan Koch, Marcus Mlynikowski – Shawn Kauter, Tim Oschmann, Tolcay Cigerci – Seref Özcan (75. Tahsin Cakmak), Ömer Akyörük (63. Daoud Iraqi) – Tunay Deniz

1. Männer: Paul Büchel – Ingo Wunderlich, Burim Halili, Filip Krstic, Ben Florian Meyer (61. Niklas Thiel) – Martin Zurawsky (46. Alxander Wuthe), Bujar Sejdija – Gian Luca Schulz, Cihan Kahraman, Jason Rupp (70. Nils Stettin) – Lukas Stagge

Zuschauer: 264

Schiedsrichter: Marko Wartmann (Großvargula)

Text: Felix Ney (Märkische Oderzeitung) | Foto: Martin Ramos

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