Regionalliga-News

Individuelle Fehler kosten besseres Ergebnis

von Mitsch am Montag 04. März 2019

0:4 unterlag Regionalligist FSV Union Fürstenwalde im Freitagabendspiel bei Wacker Nordhausen. Allerdings wurden die Gäste dabei unter Wert geschlagen, spiegelt das Resultat nicht die 90 Minuten im Albert-Kuntz-Sportpark wider.

„Wir sind brutal enttäuscht. Nicht wegen des Spiels, sondern wegen des Ergebnisses“, analysierte André Meyer. „Wir sind mutig aufgetreten, haben mit viel Leidenschaft gespielt, reichlich Ballbesitz gehabt und uns etliche Möglichkeiten erarbeitet. Aber wir haben es verpasst, zum richtigen Zeitpunkt die Tore zu machen und auf der anderen Seite den Gegner förmlich eingeladen“, musste der Fürstenwalder Trainer eingestehen.

Martin Zurawsky verpasste den Wacker-Kasten und damit die Führung für die Gäste nur knapp (9.), praktisch im Gegenzug wurde Peter Köster bei einer Flanke von rechts durch Nordhausens Florian Beil ein wenig in Paul Büchel geschoben, der Fürstenwalder Keeper griff daneben und Carsten Kammlott staubte ab.

Auch beim 2:0 sah Büchel unglücklich aus, als er nach einer Reihe nicht gut geklärter Eckbälle einen Schuss von Kapitän Tobias Becker nach vorn abwehrte und Kammlott so dessen achtes Saisontor ermöglichte. Der 29-Jährige, 188 Spiele in der 3. Liga für RB Leipzig und Rot-Weiß Erfurt, hatte schon im Hinspiel den 2:1-Siegtreffer erzielt. Wenig später bereitete er das 3:0 von Beil vor. Dazwischen und danach hatten die Gäste ebenfalls ihre Chancen, blieben aber glücklos. In der zweiten Halbzeit passierte wenig, ehe der gerade eingewechselte Lucas Scholl den Pfosten traf (82.) und Joy-Lance Mickels nach Abschlag von Jan Glinker und Stellungsfehler von Gian Luca Schulz schließlich den Endstand besorgte.

„Individuelle Fehler haben uns ein besseres Ergebnis gekostet. Wir haben heute eine schöne Schleife um das Spiel gemacht und es den Nordhäusern geschenkt“, fasste Gäste-Trainer Meyer mit leichter Ironie zusammen. Sein Gegenüber Heiko Scholz war zufrieden ob der drei Punkte, wobei ihm die Balance zwischen Offensive und Defensive vor der Pause nicht gefallen hatte. „Der Gegner hat gut mitgespielt und genau das hat uns geholfen, weil sich viele Möglichkeiten ergeben haben“, sagte der 53 Jahre alte Ex-Profi, der erst seit Januar im Amt ist.

André Meyer, der am Sonntag im Olympia-Sportpark das 2:1 von Hertha BSC II gegen den Bischofswerdaer FV verfolgte, fand derweil noch ein paar deutliche Worte zu der schon wieder aufkommenden Kritik: „Ja, wir haben nach dem 0:5 bei Lok Leipzig auch das zweite Auswärtsspiel in diesem Jahr deutlich verloren. Aber ich habe absolut kein Verständnis dafür, dass jetzt schon wieder Leute auftauchen, die alles schlecht reden. Die haben aus der Hinrunde nichts gelernt“, ärgerte sich der 35-Jährige und fügte mit Blick auf das Heimspiel gegen die Berliner Jung-Profis am nächsten Sonntag hinzu: „Das ist für uns kein ,Soll-Spiel’, genau wie das in Nordhausen. Mit diesen Vereinen brauchen wir uns nicht zu vergleichen. Wir müssen unsere Punkte gegen andere Mannschaften holen und das haben wir gegen Budissa Bautzen und Optik Rathenow getan“, nimmt der Coach seine junge Truppe in Schutz.

Ziel war es, in der Rückrunde mehr Punkte zu holen als zu Saisonbeginn. Und da liegt der FSV Union mit sieben Zählern aus sechs Partien absolut im Soll: Im September war es gerade mal einer.

Nordhausen: Jan Glinker – Felix Müller, Sebastian Heidinger, Christoph Göbel, Florian Esdorf – Tobias Becker, Joy-Lance Mickels, Cihan Ucar (86. Mounir Chaftar) – Nils Pichinot, Florian Beil, Carsten Kammlott (83. Marcell Sobotta)

1. Männer: Paul Büchel – Ingo Wunderlich (54. Jason Rupp), Burim Halili, Filip Krstic, Ben Meyer – Peter Köster, Gian Luca Schulz – Martin Zurawsky, Lukas Stagge (77. Mert Sait) – Nils Stettin (64. Bujar Sejdija), Kimmo Hovi

Zuschauer: 712

Schiedsrichter: Alexander Sather (Grimma)

Text: Kai Beißer (Märkische Oderzeitung) | Foto: Martin Ramos

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