Regionalliga-News

Neuzugang Paul Maurer im Gespräch

von Mitsch am Donnerstag 18. Juli 2019

In Höhe des Sechzehners bekam ich den Ball, habe kurz geschaut, abgezogen und dann zappelte er auch schon im oberen Eck im Netz.“ So beschreibt Paul Maurer seinen ersten Treffer für den FSV Union. Einen gewissen Stolz kann der 23-Jährige dabei nicht verbergen. Das Tor fiel in der 18. Minute bei der 1:4-Niederlage im Testspiel beim Süd-Oberligisten VfB Krieschow. „Nach zehn Jahren endlich wieder zu Hause schlafen, das hat schon was“, sagte der junge Biesenthaler zu seinem Engagement beim Fürstenwalder Regionalligisten.

Mit fünf Jahren hat Paul Maurer mit dem Fußball angefangen. Sein Vater Enrico, Trainer unter anderem bei Union Klosterfelde in der Brandenburgliga, spielte dabei aber keine treibende Rolle. „Wie fast jeder Junge mochte ich Fußball und wollte Profi werden“, verrät der Neu-Fürstenwalder. Direkt gegenüber war der Bolzplatz, die Zukunft war vorbestimmt.

Ein Jahr kickte er als Knirps bei Union Klosterfelde, dann zog es ihn nach Bernau zum FSV. Dort spielte Maurer im zentralen Mittelfeld und wurde mit seiner E-Jugend-Mannschaft Landesmeister. Auch Berliner Vereine wurden auf das Talent aufmerksam, so spielte er 2008/09 für den BFC Dynamo.

Um seinen Profi-Traum erfüllen zu können, brauchte er eine fußballerische Ausbildung. Die bekam der Barnimer ab 2009 auf der Sportschule in Cottbus. Dort blieben seine Talente im Offensivbereich nicht verborgen, und so rückte sein Aufgabenbereich immer weiter in die Spitze.

Von der siebten Klasse bis zum Abitur im Jahr 2014 lebte Paul Maurer in der Lausitz. „Es war alles in allem eine schöne Zeit. Ich habe viel gelernt, und immer wieder trifft man Bekannte aus dieser Zeit auf den Fußballplätzen wieder“, erzählt der 23-Jährige.

Für Energie spielte er 31-mal in der U-17-Bundesliga Nordost und erzielte acht Treffer. Über das U-19-Team fand er den Weg zu den Cottbuser Männern, bei denen ein Kurzeinsatz in der 3. Liga gegen Borussia Dortmund II zu Buche steht. Ansonsten traf er für die zweite Mannschaft der Lausitzer bei 50 Einsätzen in der Oberliga Süd 16-mal.

Von Cottbus führte ihn der Weg zur Saison 2016/17 zu Lok Leipzig in die Regionalliga Nordost. Sein erster Einsatz war auch gleich ein besonderer – gegen seinen alten Verein Energie beim 1:1 am 2. Spieltag. Diese Begegnungen blieben Paul Maurer im Gedächtnis, besonders sein Treffer im Rückspiel, das aber 1:2 verloren ging. In 66 Partien für den 1. FC Lok erzielte er 21 Tore – keine schlechte Bilanz. „Es waren zwei sehr schöne Jahre und eine ziemlich gute zweite Saison“, resümiert Maurer. Trotzdem trennten sich die Wege, da man sich nicht über eine weitere Zusammenarbeit einigen konnte.

So führte den Barnimer in der Saison 2018/19 der Weg zum 1. FC Köln II. „Ich fand das Angebot recht interessant, mal eine ganz andere Ecke Deutschlands kennenzulernen“, begründet Paul Maurer den Wechsel ins Rheinland. Der damalige Kölner Nachwuchsleiter und Trainer Daniel Meyer – der ältere Bruder des Ex-Fürstenwalders André steht mittlerweile bei Zweitligist FC Erzgebirge Aue an der Linie – spielte dabei eine gewichtige Rolle. „Ich kannte ihn noch aus meiner Cottbuser Zeit und er hat mich zu dem Wechsel ermutigt.“

In der 4. Liga machte der Biesenthaler 18 Spiele für die Kölner FC-Reserve, erzielte zwei Tore. „Viele erzählen, dass die Regionalliga West stärker ist als die anderen, wegen der hohen Vereinsdichte dort.“ Diese Erfahrung kann er durchaus bestätigen. In der Hinrunde lief es überhaupt nicht bei den Kölnern, die auf dem vorletzten Platz überwinterten. Nach einigen Veränderungen zur Rückrunde, die auch Erfolge brachten, fand Maurer aber nicht mehr den Weg zurück in die Stammelf. „Es lief auch nicht wirklich gut bei mir“, kommentiert er diese Zeit.

Dennoch gab es danach etliche Angebote, viele auch aus Berlin. Nun will er beim FSV Union wieder zu Hochform auflaufen – ein Grund dafür war auch der zurückgekehrte Matthias Maucksch. „So ein hartes Training wie jetzt in der Vorbereitung habe ich noch nie erlebt. Aber das ist gut so, und es macht Spaß. Ich habe ein sehr positives Gefühl“, sagt der Neu-Fürstenwalder. Zweimal am Tag wird trainiert, dazu kommen Testspiele.

Auf welcher Position er beim Regionalligisten dabei über außen kommt, ist Maurer eigentlich egal. „Mein starker Fuß ist der Rechte, trotzdem komme auf beiden Seiten gut klar.“

Einen Vertrag für ein Jahr plus Option hat er bekommen. „Ich möchte natürlich tatkräftig dazu beitragen, dass der Verein eine erfolgreiche Saison spielt. Ich selbst möchte mich weiterentwickeln, und da habe ich dort beste Voraussetzungen“, sagt Paul Maurer zu seinen ganz persönlichen Zielen.

Der Weg in die 3. oder gar 2. Liga bleibt sein Traum, auch wenn der 23-jährige durch und durch Realist ist. Aber diesem Ziel hat sich der Biesenthaler verschrieben, und wenn er dabei härter als andere Kollegen arbeiten und so manch jugendlicher Verlockung widerstehen muss.

Text: Dirk Schaal (Märkische Oderzeitung) | Foto: Martin Ramos

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