Regionalliga-News

Zurück in heimatlichen Regionen

von Mitsch am Samstag 27. Juli 2019

Der Eindruck, den Joshua Putze in den ersten Wochen gewonnen hatte, war vielversprechend, sein neuer Club ist wie gemacht für ein neues Kapitel in seiner Laufbahn. „Es ist ein familiäres Umfeld in dem man kann in Ruhe arbeiten kann“, sagt der 24 Jahre alte Fußballprofi, „und die Rahmen- und Trainingsbedingungen, die sie dort geschaffen haben, sind schon sehr gut. Der FSV ist gut aufgestellt.“

Mit Joshua Putze, drittliga-erfahren und mit sportlichen Wurzeln bei der SG Glienick im Landkreis Teltow-Fläming, ist Fußball-Regionalligist Union Fürstenwalde noch ein bisschen besser aufgestellt, daran hat Mitsch Rieckmann keinen Zweifel. „Er wird für uns eine riesen Verstärkung sein, da kommt nochmal ordentlich Qualität rein. Auch die Mannschaft freut sich über seine Zusage“, sagte der Pressesprecher des Clubs aus der 32-000 -Einwohnerstadt aus dem Landkreis Oder-Spree bei der Präsentation des Neuzugangs, der einen Einjahres-Vertrag unterschrieben hatte.

Am kommenden Wochenende startet Union bereits in die neue Saison, am Sonntag ist das Team zu Gast beim ZFC Meuselwitz (13.30 Uhr). Die kommende Spielzeit könnte ein entscheidendes Jahr in Putzes Laufbahn und eine „win-win-Situation“ für den FSV werden: Sollte der Mittelfeldmann, der seine Drittliga-Tauglichkeit bei seinem letzten Verein, den Sportfreunden Lotte, in der Spielzeit 2017/18 bereits nachhaltig nachweisen hat, wieder an seine früheres Leistungsniveau anknüpfen können, würden beide Seiten davon enorm profitieren. „Ich hoffe, dass ich den Spaß am Fußball wiederfinde, der war im zweiten Jahr in Lotte verloren gegangen. Der Traum vom Profifußball ist noch nicht abgeschrieben – das kann immer noch etwas kommen, je nachdem, wie das Jahr läuft“, sagt Joshua Putze und kündigt an. „Schleifen lassen werde ich den Fußball auf jeden Fall nicht, sondern Vollgas geben.“

Begonnen hatte alles 2002 bei der Sport-Gemeinschaft Glienick, im Willi-Lau-Stadion. 2007 folgte der Wechsel ins Nachwuchsleistungszentrum des FC Energie Cottbus, wo er sämtliche Stationen, samt zweiter und erster Mannschaft mit Einsätzen in der Oberliga (28), Regionalliga (43) und 2. Bundesliga (2) durchlief. Von 2014 bis 2016 lieferte der 1,86-Mann zwei starke Jahre beim BFC Dynamo (60 Regionalliga-Spiele) ab und eine weitere überzeugende Saison bei Drittliga-Absteiger Cottbus ab. Vor zwei Jahren gelang dem Rechtsfuß dann bei seinem Wechsel vom FC Energie zu den Sportfreunden im Norden Nordrhein-Westfalens der Sprung ins offizielle deutsche Profilager.

Jetzt also Fürstenwalde, ein traditionsreicher Standort – die SG Dynamo – einer der Vorgängervereine des FSV, gehörte in den siebziger und achtziger Jahren zum Stammpersonal der DDR-Liga. In der ewigen Tabelle der zweithöchsten Spielklasse im DDR-Fußball rangiert die SG auf Platz 22 (18 Spielzeiten, 511:423 Punkte). In den vergangenen Jahren hat sich der FSV nach dem Aufstieg in die Regionalliga Nordost als dritte Kraft in Brandenburg positioniert (Spielzeit 2018/19: Rang 13). Im kommenden Jahr will sich Joshua Putze in jedem noch auf Fußball konzentrieren, aber parallel auch die Weichen für seine berufliche Zukunft stellen: „Natürlich mache ich mir darüber Gedanken und schaue mich nach Möglichkeiten um, beispielsweise nach einem Fernstudium. Dieses Kapitel will ich in Angriff nehmen.“

Einen Vorteil hat der Wechsel nach Fürstenwalde in jedem Fall – Joshua Putze, der in Berlin geboren wurde, ist in die heimatliche Region zurück gekehrt. „Klar hat das bei der Entscheidung eine Rolle gespielt, dass Familie und Freunde hier sind. Natürlich bedeutet einem das viel, wenn man die Menschen, die man liebt, in seiner Nähe hat“, sagt er. Seine Zelte hat Putze in Lotte schon abgebrochen. „Ich muss erst mal sehen, wie ich das am besten löse. Ich wohne erst mal bei meiner Freundin in Berlin, eventuell müssen wir uns etwas suchen.“ Mit seinem neuen Verein will er sich in der Liga weiter etablieren. „Wir wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben, wenn möglich und den ein oder anderen ärgern.“ Am besten schon am Sonntag den ZFC Meuselwitz.

Text: Lars Sittig (Märkische Allgemeine Zeitung) | Foto: Martin Ramos

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