Regionalliga-News

Abwehrschlacht bringt einen Punkt

von Mitsch am Montag 18. März 2019

Die Fußballer des FSV Union Fürstenwalde haben am Sonntagnachmittag einen Auswärtspunkt in der Regionalliga Nordost erkämpft. Beim FC Oberlausitz Neugersdorf trennten sie sich torlos und sind jetzt Zehnter.

Die Gastgeber rackerten bis zum Schluss aufopferungsvoll um den ersten Sieg seit Anfang Oktober – umsonst. Der FSV Union war am Ende mit dem gewonnenen Punkt sehr zufrieden. „Wir wussten, dass das, vor allem bei diesem tiefen Boden, ein schweres Spiel wird“, sagte Union-Trainer André Meyer. „Wir wollten kompakt stehen, hinten die Null halten und sehen, was nach vorn geht. Das ist uns in der ersten Halbzeit richtig gut gelungen, wir hatten mehrere Chancen.“

Er meinte damit vor allem den herrlichen 18-Meter-Schuss von Nils Stettin, den Neugersdorfs Torhüter Jiří Havránek mit einer tollen Parade aus dem Eck kratzte (40.). Zudem bot sich Kimmo Hovi aus spitzem Winkel eine gute Möglichkeit (21.) und Ben Meyers Kopfball aus Nahdistanz war zu unplatziert, um Havránek zu überwinden (21.).

Viel mehr torgefährliche Aktionen konnten sich die anfangs feldüberlegenen Fürstenwalder in der ersten Halbzeit aber nicht erspielen, was auch an den Neugersdorfern lag. Die zeigten sich kompromisslos in der Abwehr, machten hinten zunächst dicht und versuchten, mit langen Bällen das Mittelfeld zu überbrücken. Doch in der Offensive fanden sich kaum Abnehmer.

„Vorn fehlte uns ein Reißer. In der nächsten Woche ist Bocar Djumo wieder da, der uns im Angriff sicher weiterhelfen wird.“ Neugersdorfs Coach Thomas Hentschel musste auf den Angreifer diesmal verzichten, weil der eine Gelbsperre abbrummte. Bei seiner Mannschaft zeigte Jakub Moravec den meisten Zug zum Tor, der zielte bei seinen Distanzschüssen aber auch nicht genau genug (19., 25.), um Paul Büchels Gehäuse ernsthaft in Gefahr zu bringen. So verlief der erste Durchgang ziemlich ereignisarm, die 212 Zuschauer erlebten ein Spiel, das zumeist zwischen den Strafräumen stattfand und nur wenige Höhepunkte hervorbrachte.

Nach dem Wechsel gewann die Begegnung deutlich an Niveau, was vor allem an den Gastgebern lag, die nun den unbedingten Willen zeigten, diese Partie zu gewinnen. Angetrieben vom unermüdlichen Lukas Knechtel sowie vom laufstarken Jaroslav Dittrich gewannen die Neugersdorfer immer mehr die Oberhand und waren der Führung ganz nah.

Nach einem weiten Ball von Jan Šisler ließ Knechtel Ingo Wunderlich und Martin Zurawsky ins Leere laufen und traf aus 15 Metern nur den Außenpfosten (56.). Es war die beste Möglichkeit für die Oberlausitzer, auch, weil es für Wunderlichs Einsatz gegen Knechtel keinen Strafstoß gab (58.).

Doch die Neugersdorfer ließen sich nicht beirren, kämpften weiter unverdrossen, zeigten Siegeswillen und rückten nun auch die spielerischen Elemente mehr in den Vordergrund als zuvor. Büchel stand jetzt öfter im Brennpunkt. So entschärfte er Schüsse von Moravec (67.) und Šisler (68.) und hatte Glück, dass nach Knechtels Eingabe Šisler den Ball aus spitzem Winkel in die Wolken jagte (72.).

Fürstenwaldes Trainer sah „in der zweiten Halbzeit eine Abwehrschlacht für uns. Uns ging es darum, mit einem Punkt nach Hause zu fahren.“ Offensiv fiel seine Mannschaft kaum noch auf, lediglich ein Volleyschuss von Stettin brachte noch einmal Gefahr (82.). Beide Kontrahenten schenkten sich weiter nichts, es blieb ein kampfbetontes Spiel.

FCO-Trainer Hentschel war mit dem Auftritt seiner Jungs mehr als zufrieden: „Unter dem Strich sehe ich das Spiel positiv, wie die Mannschaft arbeitet, wie sie sich verkauft und alles probiert hat. Sie hat bis zur letzten Sekunde gewinnen wollte. Wir werden den Klassenerhalt schaffen.“

Neugersdorf: Jiri Havránek – Colin von Brezinski, Ronald Wolf, Lukas Vaněk, Antonin Rosa – Karl Petrick, Jan Šisler – Jaroslav Dittrich, Jakub Moravec, Lukas Knechtel (74. Mohamed Djahdou) – Adrian Perez Bravo (62. Felix Behling).

1. Männer: Paul Büchel – Ingo Wunderlich, Peter Köster, Filip Krstic, Ben Meyer – Martin Zurawsky – Lukas Stagge, Bujar Sejdija, Tim Häußler (70. Luca Schulz) – Kimmo Hovi (58. Andor Bolyki), Nils Stettin

Zuschauer: 212

Schiedsrichter: Oliver Lossius (Sondershausen)

Text: Jens Kölz (Märkische Oderzeitung) | Foto: Martin Ramos

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