Regionalliga-News

Die Serie ist gerissen

von Mitsch am Montag 07. Oktober 2019

Die Gastgeber hatten zuletzt 16 Punkte am Stück geholt – diesmal gingen sie leer aus. Für die Ostberliner war das 2:1 derweil der vierte Sieg in Folge. Sie bleiben die Überraschungsmannschaft der Saison und Tabellenzweiter, die Fürstenwalder behaupten immerhin Platz 6.

Karsten Heine freute sich über die Auswärtspunkte 8, 9 und 10: „Wir haben schwer ins Spiel gefunden, hatten Probleme mit der Ballkontrolle. Die Führung vor der Pause war wichtig. Nach dem 2:0 haben wir es versäumt, den Sack zuzumachen und sind so noch einmal unnötig unter Druck geraten. Aber wir wollten, dass unsere Serie hält und das ist uns gelungen“ , war der Altglienicker Trainer zufrieden.

Seinen Kollegen Matthias Maucksch ärgerte vor allem das erste Gegentor: „Da hatten wir mehrfach die Möglichkeit zu klären.“ Nach einem strittigen Freistoß direkt vor der Bank der Gäste hatten die Fürstenwalder den Ball nicht aus dem Strafraum bekommen, er sprang Tugay Uzan vor die Füße, und der Stürmer lochte mit links neben dem Pfosten ein.

Die Gäste hatten nach zehn zähen Minuten die Initiative übernommen, spielten ungemein schnell nach vorn. Bei Ballgewinn waren die Offensivakteure im Sprinttempo Richtung gegnerischem Strafraum unterwegs. Bis auf einen Pfostenkopfball von Christian Preiss (17.) konnten sich die Berliner trotz einiger gut gemeinter Versuche die ganz großen Möglichkeiten aber nicht erarbeiten. Nach dem 1:0 hätte Uzan indes beinahe erneut getroffen, aber bei seinem Kopfball war Union-Schlussmann David Richter am kurzen Pfosten zur Stelle.

Vier Minuten nach dem Seitenwechsel dann aber doch das zweite Tor für die Volkssport-Gemeinschaft: Nach einer maßgerechten Rechtsflanke von Tom Scheffel war Igli Cami bei seinem Kopfball in der Mitte völlig frei – eine kalte Dusche für den FSV Union. Der aber schüttelte sich und war jetzt endgültig wach. Maucksch hatte einige taktische Umstellungen vorgenommen, die sich bezahlt machten. Der jetzt offensivere Tim Häußler verpasste mit seinem schwächeren rechten Fuß den Anschluss (61.), Kemal Atici war wohl zu überrascht, als gleich zwei Berliner ein Luftloch geschlagen hatten (63.). Nach der anschließenden Ecke und einem Gestochere im VSG-Strafraum war dann aber Nils Stettin zur Stelle und traf mit links aus der Drehung.

Spätestens jetzt war es ein packendes, wenn auch nach wie vor nicht hochklassiges Spitzenspiel. Die Berliner hatten mehrfach die Möglichkeit, den alten Vorsprung wiederherzustellen. Nicht nur bei Kontern, sondern vor allem bei ihren ideen- und variantenreichen Standards waren sie stets gefährlich. Aber auch der FSV Union hatte Möglichkeiten zu einem zweiten Tor, kam aber nicht mehr entscheidend zum Abschluss.

„Die Serie ist gerissen, aber die Niederlage wird uns nicht zurückwerfen, im Gegenteil, wir werden die richtigen Lehren ziehen“, betonte Häußler nach dem Abpfiff. Gäste-Torhüter und Kapitän Dan Twardzik sprach von einem Arbeitssieg. Und mit Blick auf die Tabelle sagte er: „Wir sind auf einer Welle, wollen diese weiter reiten. Mal sehen, wo uns das hinführt.“

Text: Kai Beißer (Märkische Oderzeitung) | Foto: Martin Ramos

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