Regionalliga-News

Was in acht Minuten passieren kann

von Mitsch am Montag 09. Dezember 2019

Eine Rote Karte und drei Tore binnen 300 Sekunden – beim 3:3 im Regionalliga-Spiel zwischen dem FSV Union Fürstenwalde und dem ZFC Meuselwitz überschlagen sich in der Schlussphase die Ereignisse.

Diese letzten Heimspielminuten des Jahres in der Bonava-Arena hatten es wahrlich in sich: Als alles auf die vierte Heimniederlage der Saison hinauszulaufen schien, machten die Gastgeber zweimal einen Rückstand wett – und das in Unterzahl.

Es war die 93. Minute, als der eingewechselte Jason Rupp auf Flanke von Gian Luca Schulz das finale 3:3 erzielte. „Viel nachgedacht habe ich da nicht: Nur den Fuß hinhalten und hoffen, dass der Ball reingeht“, beschrieb der 20-Jährige seinen ersten Saisontreffer in Liga 4, mit dem er den Gastgebern den letztlich verdienten Punktgewinn rettete.

Das sahen auch beide Trainer so: „Sechs Tore, eines schöner als das andere – für die Zuschauer war das natürlich ein tolles Spiel. Wir haben früh 2:0 geführt, durften uns aber nicht sicher sein, dass das Spiel entschieden ist. Letztlich sind wir froh, hier etwas mitgenommen zu haben“, sagte Heiko Weber, der Ex-Profi vom FC Carl Zeiss Jena auf der Bank des ZFC Meuselwitz. Sein Fürstenwalder Kollege sprach von einem Happy End für seine Mannschaft. „Natürlich haben wir uns die erste Halbzeit anders vorgestellt. Das mussten wir erst mal verarbeiten, haben dann taktisch umgestellt. Es gab heute viele Ungereimtheiten und technische Mängel. Aber letztlich sind wir zweimal zurückgekommen und wurden am Ende belohnt“, lobte Matthias Maucksch.

Auf Seiten der Gäste war Henrik Ernst so etwas wie der tragische Held. „Ich habe noch nie mehr als eins geschossen, dann heute gleich drei, und trotzdem gewinnen wir in Überzahl das Spiel nicht, weil wir in der letzten Szene im Mittelfeld den Ball verlieren. Das kannst du niemandem erzählen“, schüttelte der 33-jährige Abwehrspieler nach dem Abpfiff immer wieder den Kopf.

Mit eben jenem hatte er in der Anfangsphase zweimal getroffen, nach Ecke und Freistoß jeweils von Sebastian Albert. Durch ihr unangenehmes Forechecking provozierten die Meuselwitzer Fehler und Missverständnisse im Aufbauspiel des Gastgebers, der vor der Pause kaum Zwingendes zustande brachte. Das änderte sich nach dem Wechsel, aber Schulz (48., 50.), Kimmo Hovi (56.), Joshua Putze (67.), Kemal Atici (70.) und Rupp (71.) zielten entweder zu ungenau, schossen zu schwach oder waren eine Fußspitze zu kurz.

Ein Sturmlauf von Darryl Geurts über die linke Seite bescherte den Spreestädtern dann aber doch den Anschluss, weil ZFC-Kapitän Bastian Strietzel den Ball quasi gemeinsam mit Atici über die Linie drückte. Und nur 30 Sekunden später hatte dieser den Ausgleich auf dem Fuß, hätte aber wohl besser mit links abschließen sollen. So kam ein eher verunglückter Versuch in die Arme von Keeper Ruben Aulig heraus. Bis auf einen Konter und einen Fernschuss von Fabian Stenzel, beide allerdings höchst gefährlich, war von den Gästen aus dem Altenburger Land nicht mehr viel gekommen.

Aber dann brachen jene acht Schlussminuten an, die das letzte Heimspiel des Jahres, das zugleich der Auftakt zur Rückrunde war, nicht so schnell in Vergessenheit geraten werden lassen. Zunächst ging der Unioner Tim Häußler einem versprungenen Ball mit gestrecktem Bein hinterher und traf dabei Ben-Luca Moritz. Schiri Jens Klemm, dessen Entscheidungen in einigen Szenen durchaus diskussionswürdig waren, lag da mit Rot wohl richtig, wie die Fernsehbilder bewiesen. Davon unbeeindruckt köpfte Patrick Brendel eine Ecke von Joshua Putze völlig freistehend zum Ausgleich in die Maschen.

In der Nachspielzeit scheiterte Ernst nach einem Freistoß zunächst per Kopf an FSV-Keeper David Richter, aber Geurts verlor im Mittelfeld den Ball, und die folgende Flanke verwandelte der Dreifach-Torschütze diesmal mit dem Fuß tatsächlich zum 2:3. Die Gäste schienen ihrem dritten Auswärtssieg ganz nahe – da schlug Rupp zu.

Ein Spieltag steht in der Regionalliga in diesem Jahr noch aus: Die Fürstenwalder müssen am Sonntag zum Berliner AK, die Meuselwitzer empfangen tags zuvor Germania Halberstadt.

Text: Kai Beißer (Märkische Oderzeitung) | Foto: Christoph Ulbricht (Spreebote)

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