Regionalliga-News

Im Flutlicht den Durchblick gewahrt

von Mitsch am Montag 10. Februar 2020

Der FSV Union Fürstenwalde gewinnt auch das zweite Spiel des Jahres in der Regionalliga Nordost. Kimmo Hovi und Darryl Geurts treffen beim 2:1-Auswärtssieg bei Wacker Nordhausen.

Zweiter Sieg im zweiten Pflichtspiel nach dem 3:0 der Vorwoche gegen den BFC Dynamo, es ist ein perfekter Start ins neue Jahr für die Mannschaft von Matthias Maucksch. „Wenn man den Spielverlauf und die Zahl der Torchancen nimmt, war der Sieg auch mehr als verdient“, sagte der Trainer der Spreestädter dem MDR. „Aber wir machen uns das Leben selbst schwer, bei einem so knappen Ergebnis bleibt bis zum Ende immer eine gewisse Hektik.“

Die insolventen Gastgeber, nach neun Punkten Abzug und einem kräftigen personellen Aderlass wegen ausstehender Zahlungen in die Abstiegszone gerutscht, boten immerhin zehn Feldspieler, die schon in der Hinrunde in der 4. Liga zum Einsatz gekommen waren. Auf den Rängen war ein Plakat mit der Aufschrift zu sehen „Danke, dass ihr weiter spielt“. Die Mannschaft wirkte allerdings über weite Strecken wenig eingespielt und auch merklich verunsichert. Immerhin stimmten Einstellung und Engagement. „Alle sind enttäuscht, das ist ein gutes Zeichen und stimmt mich für den Rest der Saison optimistisch. Wenn wir so weiter machen, werden auch die Ergebnisse kommen“, sagte Nordhausens Übungsleiter Tino Berbig nach dem Abpfiff.

Für die ersten gefährlichen Szenen war der Fürstenwalder Mittelfeldspieler Lukus Stagge zuständig (5., 18.), das erste Tor allerdings erzielten die Thüringer: Der Tscheche Štepán Koreš hatte sich auf der linken Seite gegen Joshua Putze durch und fand in der Mitte Florian Beil, der mit einem Flugkopfball kurz über der Kunstrasenfläche, entgegen der Laufrichtung von Keeper David Richter, zum 1:0 einnetzte.

Der Tabellensechste von der Spree hat aber mittlerweile so viel Selbtsvertrauen intus, dass er sich nur kurz schüttelte und zurückschlug. Nach Vorarbeit von Gian Luca Schulz, zuletzt Dreifach-Torschütze gegen den BFC, jagte der Finne Kimmo Hovi die Kugel aus der Drehung humorlos unter den Balken.

Nach dem Wechsel waren die Gäste dann sofort hellwach. Gleich den ersten ordentlichen Angriff schloss Linksfuß Darryl Geurts mit einem Rechtsschuss ins kurze Eck ab, es war ebenso wie für Hovi sein neuntes Saisontor. Etwas besseres als diese frühe Führung in der zweiten Halbzeit hätte dem FSV Union nicht passieren können, denn fortan kontrollierten die Domstädter die Partie. Dem Gastgeber fiel wenig ein, bei diversen Kontermöglichkeiten hätten Geurts, Putze und der eingewechselte Kemal Atici erhöhen können. Ein Treffer des 26-Jährigen wurde wegen Abseits zurückgepfiffen (85.). Auch die Wacker-Schlussoffensive brachte nichts mehr ein, die Gäste landeten den vierten Auswärtssieg der Saison.

„Wir gehen in Führung, wollen dann aber gleich zu viel und werden zu Hause ausgekontert. Das ist ärgerlich, aber ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen“, sagte Berbig. „Wir waren alles andere als klar unterlegen. Aber grundsätzlich geht der Sieg der Fürstenwalder schon in Ordnung. Das ist ja auch kein Niemand in der Liga!“, lobte der Nordhäuser Trainer. Kollege Maucksch, der zuvor von einer Reise ins Ungewisse gesprochen hatte, analysierte: „Wir hatten keine Informationen zum Stand des Gegners. Und das Spiel auf dem Kunstrasenplatz war für uns ein bisschen problematisch. Umso mehr freut es mich für die Mannschaft, wie sie diese Aufgabe gemeistert hat.“

Text: Kai Beißer und Olaf Schulze (Märkische Oderzeitung) | Foto: Mitsch Rieckmann

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