Regionalliga-News

Der Finne in Fürstenwalde

von Mitsch am Freitag 14. Februar 2020

Über seine Heimat Finnland sowie Malta und Spanien führte der Weg von Kimmo Markku Hovi 2016 nach Deutschland. Zunächst kickte der inzwischen 25 Jahre alte Stürmer für den FC International Leipzig, dann für den Chemnitzer FC. Mittlerweile ist er für Union Fürstenwalde in der Regionalliga Nordost am Ball. Im Interview spricht Hovi über die starke Saison seines Teams.

Kimmo, Markku oder Kimmo Markku – wie nennen Sie Familie, Freunde und Mitspieler, Herr Hovi?

Nur Kimmo reicht! (lacht) Mein kompletter Vorname in meiner Heimat ist aber Kimmo Markku.

Sie kommen aus Finnland, spielten schon auf Malta und in Spanien. Wie hat es Sie 2016 nach Deutschland zum FC International Leipzig in die Oberliga verschlagen?

Mein Vertrag beim spanischen Drittligisten Club Portugalete endete damals. Als ich dann im Heimaturlaub in Finnland war, bekam ich ein Angebot aus Deutschland von Inter Leipzig. Ich wollte immer schon in Deutschland spielen, habe früher viele Partien von Borussia Dortmund und Bayern München im TV gesehen. Deshalb habe ich den Schritt gewagt – auch wenn ich dafür zunächst in die 5. Liga gehen musste.

Mit welchen Gefühlen sind Sie nach Deutschland gewechselt?

Mit sehr guten. Ich war wieder näher an meinem Heimatland und das Klima ist ähnlich wie in Finnland – nicht so heiß wie in Spanien. (lacht) Außerdem hat sich meine Erwartung bestätigt, dass man in Deutschland ein schönes Leben führen kann. Das Gesundheitssystem ist top und die Verdienstmöglichkeiten gut. Ich bin froh, mich damals für Deutschland entschieden zu haben, obwohl ich auch einige Angebote aus Spanien hatte.

Seit rund einem Jahr kicken Sie nun für den FSV Union Fürstenwalde in der Regionalliga Nordost. Was war Ihnen vor Ihrem Wechsel dorthin von der kleinen brandenburgischen Stadt an der Spree bekannt?

Zumindest den Verein kannte ich gut. In meinem halben Jahr beim Chemnitzer FC hatte ich schon gegen Fürstenwalde gespielt, das waren sehr intensive Begegnungen. Ich wusste also, dass mich ein Team mit hoher Qualität erwartet.

Wie wohl fühlen Sie sich in Fürstenwalde?

Ich kann nicht klagen. Es ist sehr ruhig, die Leute sind nett und es gibt viele Grünflächen. Das erinnert mich an meine Heimat und ist auch klasse für meinen Hund. (lacht) Wenn ich Lust auf eine Großstadt habe, fahre ich nach Berlin – in weniger als 40 Minuten bin ich da.

Gibt es Dinge, die typisch Deutsch sind, an die Sie sich erst einmal gewöhnen mussten?

Es werden sehr viele Bratwürste gegessen! (lacht) Außerdem ist Pünktlichkeit für die meisten Deutschen sehr wichtig. Wenn man nur ein paar Minuten zu spät kommt, bekommt man sofort Ärger. In Finnland sind wir nicht so streng.

Was vermissen Sie aus Ihrer finnischen Heimat am meisten?

Meine Familie und Freunde. Aber auch die finnischen Saunen und Eishockey.

Sie sind also ein großer Eishockey-Fan?

Ich habe zwar nie im Verein gespielt, dafür aber fast alle meine Freunde. Geschaut habe ich Eishockey regelmäßig. In Finnland ist Eishockey die mit Abstand beliebteste Sportart.

Um auch auf die finnischen Saunen zu sprechen zu kommen: Die haben wir doch auch in Deutschland!

(lacht) Das stimmt. Aber Deutsche nutzen Saunen anders als Finnen. Während in Deutschland die Sauna ein Ort der Ruhe ist, in dem oft gar nicht gesprochen wird, reden wir in Finnland beim Saunieren viel. Wenn wir etwas auf dem Herzen haben, wird das in der Sauna thematisiert.

Mit Ihrem Team starteten Sie optimal in das neue Jahr, holten aus den ersten beiden Partien die Maximalausbeute von sechs Punkten und sind Tabellenfünfter. Warum läuft es derzeit so gut?

Wir bleiben immer positiv, auch nach Rückständen. Die Stimmung im Team ist herausragend, wir haben einen fantastischen Zusammenhalt. Jeder kämpft für jeden und stellt den Teamerfolg über eigene Interessen. Es macht großen Spaß, Teil dieser Mannschaft zu sein.

Denken Sie, dass der FSV Union sogar ganz oben ein Wörtchen mitreden könnte?

Warum nicht? Wir sind dazu in der Lage, jeden Gegner zu besiegen. Alles ist möglich.

Text: Christian Knoth (fussball.de) | Foto: Christoph Ulbricht (Spreebote)

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